Nachdem die Lieferkettenrichtlinie (Corporate Sustainability Due Diligence Directive – CSDDD) 2024 in trockenen Tüchern geglaubt war, soll sie 2025 möglicherweise bereits wieder zurückgefahren werden. Zur bürokratischen Erleichterung hat die Europäische Kommission den Omnibus-Vorschlag veröffentlicht, der stark in die Regelungskonzepte der CSDDD eingreift (und die Pflicht zu ihrer Umsetzung und Anwendung um ein Jahr verschiebt). Dieser Beitrag analysiert die möglichen Änderungen rechtspolitisch, wobei zur Bewertung des Omnibus-Vorschlags etwas weiter ausgeholt werden muss. Als fruchtbar erweisen sich hierbei die Diskussion um Möglichkeiten und Grenzen des nachhaltigen Privatrechts sowie eine Erörterung der Zusammenhänge von sustainable corporate governance und global governance.