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BGBl II 5/2026

BUNDESGESETZBLATT

FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH

5. Verordnung: Änderung der Abgrenzungsverordnung 2004

5. Verordnung der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, mit der die Abgrenzungsverordnung 2004 geändert wird

Auf Grund des § 59 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes, BGBl. Nr. 185/1983, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 50/2025, wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus verordnet:

Die Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen und des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit betreffend die Abgabe und Kennzeichnung bestimmter Arzneimittel im Kleinverkauf (Abgrenzungsverordnung 2004), BGBl. II Nr. 122/2004, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 150/2014, wird wie folgt geändert:

1. In § 1 Abs. 2 entfällt die Wort- und Zeichenfolge „ , es sei denn, es handelt sich um Bestandteile von Arzneispezialitäten (§ 6)“.

2. § 6 entfällt und § 7 erhält die Paragraphenbezeichnung „§ 6.“.

3. Die Anlage wird an den entsprechenden alphabetischen Stellen um die nachstehend angeführten Stoffe und Zubereitungen erweitert:

Stoff oder Zubereitung

Spezifikation

Abgabebeschränkung

Kennzeichnung

Benediktenkraut (Centaureae benedictae herba)

ÖAB, HMPC

Centaurea benedicta (L.) L. syn. Cnicus benedictus L. Verwendeter Pflanzenteil: Kraut

Die Anwendung von Benediktenkraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollten die Symptome 2 Wochen nach der Anwendung anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Kontraindikationen:

Das Benediktenkraut besitzt ein gewisses Allergiepotential. Betroffen sind dabei vor allem Personen mit Allergien gegenüber Korbblütlern, Kreuzallergien sind möglich.

Allergische Reaktionen gegenüber dem Wirkstoff Cnicin konnten an Mäusen und Ratten beobachtet werden.

Zur Anwendung bei vorübergehender Appetitlosigkeit und Beschwerden im Oberbauch.

Anwendung als Teezubereitung:

1 g (entspricht 1 Teelöffel) Benediktenkraut als Einzeldosis mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee kann bis zu 4-mal täglich jeweils 30 Minuten vor der Mahlzeit getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Boldoblätter (Boldi folium)

Ph. Eur.: die getrockneten Laubblätter, ganz oder zerkleinert von Peumus boldo mit einem Mindestgehalt an Gesamtalkaloide von 0,1% berechnet als Boldin und in Bezug auf die wasserfreie Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Boldoblätter bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Kontraindikation:

Obstruktion oder Entzündung des Gallengangs, Vorliegen einer Lebererkrankung.

Nebenwirkungen: Gelegentlich sind allergische Reaktionen möglich.

Maximale Dauer der Anwendung:

Die Dauer der Anwendung sollte auf 2 Wochen begrenzt werden.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Symptomlinderung bei leichten Leber-Gallen-Beschwerden und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden.

Anwendung als Teezubereitung:

1,5 g (entspricht 1 Teelöffel) Boldoblätter als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 2-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Curcumawurzelstock (Curcumae longae rhizoma)

Ph. Eur.: das ganze, von Wurzeln und äußerem Rindenbereich befreite, durch siedendes Wasser oder heißem Wasserdampf gebrühte, getrocknete Rhizom von Curcuma longa L. (Syn. Curcuma domestica Valeton); Gehalt: Ätherisches Öl: mindestens 25 ml · kg−1 (wasserfreie Droge);

Dicinnamoylmethan-Derivate, berechnet als Curcumin): mindestens 2,0 Prozent (wasserfreie Droge); HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Curcumawurzelstock bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Anwendungs-beschränkungen:

Bei Vorliegen einer möglichen

Beeinträchtigung der Gallensekretion wie Verstopfung der Gallenwege, Cholangitis, Lebererkrankungen, Gallensteinen und anderen Gallenerkrankungen sollte Curcumawurzelstock nicht verwendet werden.

Nebenwirkungen:

leicht ausgeprägte Formen von Übelkeit, Magenschmerzen oder Dermatitis

Zur Linderung von Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, langsame Verdauung und Blähungen bei Erwachsenen und älteren Personen.

Anwendung als Teezubereitung:

0,5 bis 1 g zerkleinerter Curcumawurzelstock als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es soll jeweils eine Tasse 2- bis 3-mal täglich getrunken werden.

Anwendung von Curcumawurzelstock in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen

täglich 1 Kapsel mit 0,5 bis 1 g pulverisiertem Curcumawurzelstock pro Kapsel ein. Eine 2- bis 3-mal tägliche Einnahme ist möglich.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Frauenmantelkraut (Alchemillae herba)

Ph.Eur.: Die blühenden, ganzen oder geschnittenen, getrockneten, oberirdischen Teile von Alchemilla vulgaris L. s. l.

Gehalt: mindestens 6,0 Prozent Gerbstoffe, berechnet als Pyrogallol (C6H6O3; Mr 126,1) und bezogen auf die getrocknete Droge;

ESCOP, keine HMPC-Monographie

Die Anwendung von Frauenmantelkraut bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen.

Bei länger als 3 bis 4 Tage anhaltendem Durchfall ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Unterstützend bei unspezifischen Durchfällen, gastrointestinalen Beschwerden und Menstruationsbeschwerden.

Anwendung als Teezubereitung:

Erwachsene und ältere Personen nehmen als Einzeldosierung 1 bis 2 g Frauenmantelkraut, mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Es wird empfohlen, mehrmals täglich eine Tasse Frauenmanteltee zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Es können bis zu 5 Tassen täglich getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Gartenbohnenschalen (Phaseoli pericarpium – Phaseoli fructus sine semine)

DAC: Bohnenschalen bestehen aus den von den Samen befreiten und getrockneten, ganzen oder geschnittenen Hülsen von Phaseolus vulgaris L . (Fabaceae). HMPC

Die Anwendung von Gartenbohnenschalen bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Nicht geeignet bei Vorliegen von Zuständen, für welche eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wird (z. B. bei schweren Herz- oder Nierenerkrankungen).

Bei leichten Harnwegsbeschwerden unterstützend zur Erhöhung der Harnmenge und damit zur Durchspülung der Harnwege.

Für die Anwendung als Teezubereitung:

2,5 g Gartenbohnenschalen als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. 2- bis 5-mal täglich kann eine Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Gewöhnliches Erdrauchkraut (Fumariae herba)

Ph.Eur.: Die zur Zeit der vollen Blüte geernteten, getrockneten, ganzen oder zerkleinerten, oberirdischen Teile von Fumaria officinalis L., mindestens

0,40 Prozent Gesamtalkaloide, berechnet als Protopin (C20H19NO5; Mr 353,4) und

bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Gewöhnlichem Erdrauchkraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Kontraindikationen: Obstruktionen der Gallenwege,

Cholangitis, Gallensteine und andere Gallenerkrankungen und Hepatitis.

Nebenwirkungen:

leicht psychoaktiv, beruhigend, berauschend.

Überdosierung:

Eine Aufnahme großer Mengen verursacht Brennen in Mund und Rachen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und kann zu erniedrigtem Blutdruck führen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels länger als 2 Wochen anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Symptomen bei Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, Blähungen und langsame Verdauung.

Es wird empfohlen, Gewöhnliches Erdrauchkraut vor den Mahlzeiten einzunehmen.

Anwendung als Teezubereitung:

2 g zerkleinertes Gewöhnliches Erdrauchkraut als Einzeldosis mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 1- bis 2-mal täglich eine Tasse getrunken werden. Jeweils vor den Mahlzeiten 1 Tasse warmen Tee trinken.

Anwendung von Gewöhnlichem Erdrauchkraut als Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen bis zu 5-mal täglich 1 Kapsel mit 220 mg pulverisiertem Gewöhnlichem Erdrauchkraut pro Kapsel ein.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Griechisches Bergteekraut (Sideritis scardicae herba)

HMPC;

die blühenden getrockneten Stängel, gesammelt während der Blütezeit (in Vorbereitung: Monographie der Ph.Eur.)

Die Anwendung von Griechischem Bergteekraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollte der Husten länger als 1 Woche bzw. die Magen-Darm-Beschwerden länger als 2 Wochen andauern, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Husten bei Erkältungen und leichten Magen-Darm-Beschwerden.

Für die Teezubereitung:

2 bis 4 g Griechisches Bergteekraut als Einzeldosis mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 2- bis 3-mal täglich 1 Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Guarana (Guaranae semen)

Ph. Eur.: die getrockneten Samen von Paullinia cupana Kunth (Syn. Paullinia sorbilis Mart.); Gehalt: mindestens 3,5 Prozent Coffein, bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Guarana bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen. Bei Überempfindlichkeit, Herzrhythmusstörungen, Leberzirrhose, Schilddrüsenüberfunktion, Angststörungen und Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren darf Guarana nicht eingenommen werden.

Wechselwirkungen:

Ephedrin, Phenelzin, Monoaminoxidase (MAO)- Hemmern, Adenosin, Clozapin, Benzodiazepine, Propranolol, Metoprolol, Phenylpropanolamin und Chinolon-Antibiotika

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollten die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern, ist ein Arzt /eine Ärztin aufzusuchen.

Als Anregungsmittel bei Müdigkeit, Erschöpfung und Schwächegefühl.

Anwendung als Teezubereitung:

1 Teelöffel Guarana-Pulver als Einzeldosis in 150 ml kochendem Wasser einrühren, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es können bis zu 4 Tassen täglich getrunken werden.

Das Guarana-Pulver kann auch in kalte Getränke eingerührt werden.

Anwendung von Guarana in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen täglich 2 Kapseln mit jeweils 500 mg

Guaranapulver ein; eine Steigerung auf eine bis zu 3-mal tägliche Einnahme ist möglich.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Gummikraut

(Grindeliae herba)

Grindeliae herba (Gummikraut) besteht aus den getrockneten Blütenspitzen von Grindelia robusta Nutt., Grindelia squarrosa (Pursh)Dunal, Grindelia humilis Hook. et Arn., Grindelia camporum Greene oder einer Mischung davon (Pharmacopée Française 1998; ESCOP,

Belgische Pharmacopée 5th Edition 1969; BHP 1976);

HMPC

Die Anwendung von Gummikraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Sollten sich die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels verschlimmern oder bei Auftreten von Atemnot, hohem Fieber und/oder eitrigem Auswurf ist sofort ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Kontraindikationen:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und andere Pflanzen aus der Familie der Asteracaeae (Korbblütler).

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels länger als 1 Woche anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Husten bei Erkältungen und Katarrhen der oberen Atemwege.

Anwendung als Teezubereitung:

2 bis 3g Gummikraut als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen; es kann bis zu 3-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Haferkraut

(Avenae sativae herba),

Haferfrüchte

(Avenae sativae fructus)

HMPC, Wichtl – Teedrogen, und Phytopharmaka,

getrocknetes Kraut bestehend aus den grünen, kurz vor der Vollblüte geernteten oberirdischen Teilen des Hafers;

die reifen getrockneten Haferfrüchte

Die Anwendung von Haferkraut bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren wird nicht empfohlen.

Bei Zöliakie-Patient:innen ist Vorsicht geboten, da in der Regel keine Angaben zum möglichen Proteingehalt vorliegen.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Innerlich zur Linderung leichter Stresssymptome und als Schlafhilfe, als Badezusatz bei Gicht, Rheuma, Hautleiden in Form von Haferflocken als Diätetikum und Aufbaumittel in der Rekonvaleszenz; als Haferschleim zur Linderung bei Magen- und Darmbeschwerden.

Anwendung als Teezubereitung:

3 g Haferkraut als Einzeldosierung mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und abseihen. Eine Tasse kann mehrmals täglich getrunken werden.

Gemahlene Haferfrüchte (Hafermehl) können äußerlich bei leichten Hautentzündungen (z. B. Sonnenbrand) und kleinen Wunden verwendet werden.

Für die Anwendung als Badezusatz bei Gicht, Rheuma oder Hautleiden:

60 g Hafermehl werden 150 bis 200 Liter Badewasser beigemengt. Die Dosierung für Kinder (> 12 Jahre) beträgt 30 g Hafermehl.

Innerliche Anwendung von Haferflocken zur Linderung bei Magen- und Darmbeschwerden als Haferschleim:

Die ganzen Haferflocken werden bis zur gewünschten Pulverform gemahlen und mit Wasser zu einem Haferschleim angerührt. Für 500 ml Wasser wird 1 Esslöffel (entspricht ungefähr 15 g) angewendet.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Hirtentäschelkraut (Capsellae bursae- pastoris herba)

Ph.Eur.: Die getrockneten, ganzen oder zerkleinerten, blühenden und Früchte tragenden oberirdischen Teile von Capsella bursa-pastoris (L.) Medik.

Gehalt: mindestens 0,20 Prozent Diosmin (C28H32O15; Mr 609),

bezogen auf die getrocknete Droge; HMPC

Die Anwendung von Hirtentäschelkraut bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Verminderung starker Menstruationsblutungen bei Frauen mit normalem Menstruationszyklus, nachdem schwerwiegende Erkrankungen durch einen Arzt

/eine Ärztin ausgeschlossen wurden.

Anwendung als Teezubereitung: 3 bis 5 Tage vor der Menstruation beginnen und während der Menstruationsblutung fortsetzen.

1 bis 5 g Hirtentäschelkraut als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen,10 Minuten ziehen lassen und abseihen.

Eine Tasse kann 2 bis 4-mal täglich getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Mädesüßkraut (Filipendulae ulmariae herba; syn. Spiraeae ulmariae herba)

Ph.Eur: die ganzen oder geschnittenen, getrockneten blühenden Stängelspitzen von Filipendula ulmaria (L.)

Maxim. (Syn. Spiraea ulmaria L.) Gehalt: mindestens

1 ml · kg−1 ätherische Öle (wasserfreie Droge); die Droge hat nach dem Zerreiben einen aromatischen Geruch nach Methylsalicylat.

HMPC; ESCOP

Die Anwendung von Mädesüßkraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Die gleichzeitige Anwendung mit Salicylaten und anderen NSAIDs soll nicht ohne ärztliche Rücksprache erfolgen. Sollte das Fieber im Rahmen der unterstützenden Behandlung von Erkältungen 39 °C überschreiten, mit starken Kopfschmerzen einhergehen oder sollten die Symptome während der Anwendung mit dem Arzneimittel anhalten bzw. sich verschlimmern, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Kontraindikation:

Überempfindlichkeit gegen Salicylate.

Maximale Dauer der Anwendung:

Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen: Die Therapie sollte bei den ersten Anzeichen einer Erkältung beginnen. Wenn die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels länger als 7 Tage anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin

aufzusuchen.

Linderung leichter Gelenksschmerzen:

Nicht länger als 4 Wochen anwenden.

Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen und zur Linderung leichter Gelenksschmerzen für Erwachsene und ältere Personen.

Anwendung als Teezubereitung:

1,4 g Mädesüßkraut (entspricht 1 Teelöffel) als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Vom täglich frisch zubereiteten Aufguss kann bis zu 3-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Mäusedornwurzelstock (Rusci aculeati rhizoma herba)

Ph. Eur.: die getrockneten, ganzen oder zerkleinerten unterirdischen Teile von Ruscus aculeatus L.; Gehalt: mindestens 1,0 Prozent Gesamtsapogenine, berechnet als Ruscogenine und bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Mäusedornwurzelstock bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung:

1 Woche

Sollten die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlechtern, ist ein Arzt /eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Beschwerden und Schweregefühl in den Beinen im Zusammenhang mit leichten venösen Durchblutungsstörungen bzw. zur symptomatischen Linderung von Juckreiz und Brennen im Zusammenhang mit Hämorrhoiden.

Anwendung als Teezubereitung:

3 g Mäusedornwurzelstock als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen und abseihen; es sollen nicht mehr als 2 Tassen täglich getrunken werden.

Anwendung von Mäusedornwurzelstock in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen 1- bis 3-mal täglich 1 Kapsel mit jeweils 350 mg Mäusedornwurzelstock in Pulverform ein.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Purpur-Sonnenhut-Wurzel

(Echinaceae purpureae radix)

Ph. Eur.: die ganzen oder geschnittenen, getrockneten, unterirdischen Teile von Echinacea purpurea (L.) Moench; Gehalt: mindestens 0,5 Prozent Gesamtgehalt an Caftarsäure und Cichoriensäure bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Purpur-Sonnenhut-Wurzel

wird während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Nebenwirkungen:

Bei Atopikern besteht ein mögliches Risiko allergischer Reaktionen.

Kontraindikationen:

fortschreitende systemische Erkrankungen wie Tuberkulose, Erkrankungen der weißen Blutkörperchen, Kollagenosen,

Multipler Sklerose, HIV-Infektion und andere Autoimmunerkrankungen; bei empfindlichen Personen, bei welchen ein mögliches Risiko allergischer Reaktionen besteht (Allergie gegen Korbblütler).

Anwendungs-beschränkungen:

Die Dauer der Anwendung einer Teezubereitung von Purpur-Sonnenhut-Wurzel sollte acht Wochen nicht überschreiten (ESCOP).

Die Dauer der Anwendung einer Kapselzubereitung von Purpur-Sonnenhut-Wurzel sollte 10 Tage nicht überschreiten (HMPC).

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen.

Anwendung als Teezubereitung:

0,9 g zerkleinerte oder pulverisierte getrocknete Wurzeln von Purpur-Sonnenhut als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann mehrmals täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten getrunken werden.

Anwendung von Purpur-Sonnenhut-Wurzel in Pulverform:

Kinder ab 12 Jahre, Erwachsene und ältere Personen nehmen bei den ersten Anzeichen einer Erkältung 2-mal täglich 1 Kapsel mit 250 mg pulverisierter Purpur-Sonnenhut-Wurzel pro Kapsel ein.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Rettichwurzel (Raphani raphanistri

radix)

Kommission E

die frischen unterirdischen Anteile.

Die Anwendung von Rettichwurzelpresssaft bei Kindern während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Nebenwirkungen:

Rettichwurzel kann bei Personen mit Gallensteinen Koliken auslösen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Die Anwendung von Rettichwurzel sollte 6 Wochen nicht überschreiten.

Zur Behandlung von chronischen Beschwerden im Oberbauch und von Katarrhen der oberen

Atemwege. Es werden täglich 50 bis 100 ml eines

Frischpflanzenpresssaftes von Rettichwurzel eingenommen.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Rosenblütenblätter (Rosae centifoliae flos)

DAC: Rosenblütenblätter bestehen aus den vor dem völligen Aufblühen gesammelten und sorgfältig getrockneten Kronblättern von Rosa gallica L. und Rosa × centifolia L. (Rosaceae). Die Droge enthält mindestens 5,0 Prozent mit Hautpulver fällbare Gerbstoffe, berechnet als Pyrogallol (C6H6O3; Mr: 126,1), bezogen auf die getrocknete Droge.

Die Anwendung von Rosenblütenblättern bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung: Sollten die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Bei leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Anwendung als Teezubereitung für die Mundschleimhaut:

1 bis 2 g Rosenblütenblätter als Einzeldosis mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und danach abseihen. Als Mundspülung kann es bis zu 3-mal täglich angewendet werden.

Äußerliche Anwendung als Teezubereitung: zur Linderung von leichten Hautentzündungen:

1 bis 2 g Rosenblütenblätter mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten

ziehen lassen und abseihen. Es kann bis zu 3-mal täglich auf die betroffene Stelle in Form eines feuchten, getränkten Verbandes aufgetragen werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Rote Weinlaubblätter (Vitis viniferae folium)

Ph. Eur.: die getrockneten Blätter von Kultursorten aus Vitis vinifera

L. gekennzeichnet durch blaue

Trauben und rotes Fruchtfleisch der schwarzen bis fleischroten Traube. Der Mindestgehalt an Polyphenolen sollte 4% betragen, der Mindestgehalt an Anthocyanen, berechnet als Cyanidin-3-glucosid, 0,2%;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Roten Weinlaubblättern bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung: Die empfohlene Dauer der Anwendung bei der Behandlung von chronischer Veneninsuffizienz, Unwohlsein und Schweregefühl der

Beine im Zusammenhang mit leichten venösen Durchblutungsstörungen beträgt 4 Wochen.

Die empfohlene Dauer der Anwendung bei Behandlung von Hämorrhoiden und der symptomatischen Behandlung von Kapillarbrüchigkeit der Haut (Besenreiser) beträgt 1 Woche.

Kontraindikationen:

nicht geeignet für Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rote Weinlaubblätter oder die Pflanzenfamilie.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung der Symptome bei Unwohlsein und Schweregefühl der Beine im Zusammenhang mit leichten venösen Durchblutungsstörungen sowie Hämorrhoiden und zur symptomatischen Behandlung der Kapillarbrüchigkeit der Haut (Besenreiser).

Anwendung als Teezubereitung:

3 bis 6 g Rote Weinlaubblätter als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und nach 10 Minuten abseihen. Es können 3 bis 4 Tassen täglich getrunken werden.

Anwendung von Roten Weinlaubblättern in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen 3- bis 5-mal täglich 1 Kapsel mit jeweils 270 bis 350 mg pulverisierten Weinlaubblättern in Pulverform ein.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Schmalblättriger Sonnenhut-Wurzel (Echinaceae angustifoliae radix)

Ph. Eur.: die ganzen oder geschnittenen, getrockneten, unterirdischen Teile von Echinacea angustifolia DC. Gehalt: mindestens 0,5 Prozent Echinacosid, bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC

Die Anwendung von Schmalblättriger Sonnenhut-Wurzel wird während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Nebenwirkungen:

Bei Atopikern besteht ein mögliches Risiko allergischer Reaktionen.

Kontraindikationen:

fortschreitende systemische Erkrankungen wie Tuberkulose, Erkrankungen der weißen Blutkörperchen, Kollagenosen, Multipler Sklerose, HIV-Infektion und andere Autoimmunerkrankungen, empfindliche Personen, bei welchen ein mögliches Risiko allergischer Reaktionen besteht (Allergie gegen

Korbblütler).

Anwendungs-beschränkungen:

Die Dauer der Behandlung sollte 10 Tage nicht überschreiten (HMPC). Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen bei Kindern ab 12 Jahren, Erwachsenen und älteren Personen.

Anwendung als Teezubereitung:

1 g pulverisierte Wurzel von Schmalblättrigem Sonnenhut als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 3-mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten getrunken werden.

Anwendung in Pulverform:

Kinder ab 12 Jahre, Erwachsene und ältere Personen nehmen 1- bis 3-mal täglich 1 Kapsel mit 500 mg pulverisierter Schmalblättriger Sonnenhut-Wurzel ein.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder

unerreichbar aufbewahren.

Schwarze-Johannisbeere-Blätter (Ribis nigri folium)

Ph. Eur.: die getrockneten Blätter von Ribes nigrum L.; Gehalt: mindestens 1,0 Prozent Flavonoide, berechnet als Isoquercitrosid bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC

Die Anwendung von Schwarze-Johannisbeere- Blättern bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Kontraindikationen:

Ödeme aufgrund von Herz- oder Niereninsuffizienz;

Personen mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff und bei Vorliegen von Zuständen, für welche eine reduzierte Flüssigkeitszufuhr empfohlen wird (z. B. bei schweren Herz- oder Nierenerkrankungen).

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Symptomlinderung bei leichten Gelenkschmerzen und als Durchspülungstherapie bei leichten Beschwerden im Bereich der Harnwege.

Anwendung als Teezubereitung:

2 bis 4 g Schwarze-Johannisbeere-Blätter als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 3- bis 4-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Anwendung von Schwarze-Johannisbeere-Blättern in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen täglich 1 Kapsel mit jeweils 340 mg Schwarze- Johannisbeere-Blättern in Pulverform ein; eine 3-mal tägliche Einnahme ist möglich.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Steinkleekraut (Meliloti herba)

Ph. Eur.: die getrockneten, ganzen oder geschnittenen oberirdischen Teile von Melilotus officinalis (L.) Lam.; Gehalt: mindestens 0,3 Prozent Cumarin, bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Steinkleekraut bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Wechselwirkungen:

eine gleichzeitige Verwendung mit gerinnungshemmenden Mitteln wird nicht empfohlen.

Sollten die Symptome während der Anwendung länger als 1 Woche andauern oder sich verschlechtern, ist ein Arzt /eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Schweregefühl der Beine, die auf leichte venöse Durchblutungsstörungen zurückzuführen sind.

Anwendung von Steinkleekraut in Pulverform:

Erwachsene und ältere Personen nehmen bis zu 3-mal täglich eine Kapsel mit 250 mg pulverisiertem Steinkleekraut.

Anwendung als Umschlag bei Hämorrhoiden und Geschwüren:

Für einen Breiumschlag werden 5 Teelöffel Steinkleekraut mit der gleichen Menge kochendem Wasser durchfeuchtet, in ein Mullsäckchen eingefüllt und körperwarm an die betroffene Stelle aufgelegt.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Tormentillwurzelstock (Tormentillae rhizoma)

Ph.Eur.: Das von den Wurzeln befreite und getrocknete, ganze oder geschnittene Rhizom

von Potentilla erecta (L.) Raeusch. (Potentilla tormentilla Stokes)

Gehalt: mindestens 7 Prozent Gerbstoffe, berechnet als Pyrogallol (C6H6O3; Mr 126,1) und bezogen auf die getrocknete Droge;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Tormentillwurzelstock bei Kindern unter 12 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Bei symptomatischer Behandlung von leichtem Durchfall: Sollten die Beschwerden länger als 3 Tage anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Bei symptomatischer Behandlung leichter Entzündungen der Mundschleimhaut: Sollten die Beschwerden länger als 1 Woche anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Wechselwirkungen:

bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die bei leichtem Durchfall angewendet werden und die Resorption verzögern können, wird ein zeitlicher Abstand von 1 Stunde oder mehr empfohlen.

Nebenwirkungen:

Bei Behandlung von symptomatischem leichtem Durchfall mit Tormentillwurzelstock können leichte gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur symptomatischen Behandlung von leichtem Durchfall und zur symptomatischen Behandlung leichter Entzündungen der Mundschleimhaut.

Anwendung als Teezubereitung als Aufguss für die symptomatische Behandlung von leichtem Durchfall:

1,4 bis 4 g (entspricht ½ bis 1½ Teelöffel) geschnittener Tormentillwurzelstock als Einzeldosis mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann bis zu 3-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Anwendung als Teezubereitung als Abkochung für die symptomatische Behandlung von leichtem Durchfall:

1,4 bis 3 g (entspricht ½ bis 1 Teelöffel) geschnittener Tormentillwurzelstock als Einzeldosis mit 150 ml Wasser 10 Minuten kochen, danach abseihen. Es kann 2-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Anwendung als

symptomatische Behandlung leichter Entzündungen der Mundschleimhaut als Mundspülung.

Aufguss als Mundspülung:

1,3 bis 2 g (entspricht ½ bis 1 Teelöffel) Tormentillwurzelstock als Einzeldosis mit 100 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Aufguss kann mehrmals täglich zum Spülen des Mundes verwendet werden.

Abkochung als Mundspülung:

0,8 bis 3 g geschnittener Tormentillwurzelstock (entspricht 1/4 bis 1 Teelöffel) als Einzeldosis auf 100 ml Wasser, 10 Minuten kochen, danach abseihen.

Die Abkochung kann mehrmals täglich als Mundspülung verwendet werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weidenröschenkraut (Epilobii herba)

ÖAB (E. angustifolium); HMPC: in HMPC-Monographie ist das Gemisch beider Arten (Epilobium angustifolium L. und/oder Epilobium parviflorum Schreb.) angegeben und nicht getrennt behandelt.

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird nicht empfohlen.

Bei Verschlimmerung der Beschwerden oder falls während der Anwendung Symptome wie Fieber, Krämpfe oder Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen oder Harnverhalt auftreten, ist ein Arzt/eine Ärztin

aufzusuchen.

Zur Linderung von Symptomen der unteren Harnwege bei gutartiger Prostatahyperplasie. Schwerwiegende Erkrankungen sind zuvor von einem Arzt/einer Ärztin auszuschließen.

Anwendung als Teezubereitung:

1,5 bis 2,0 g (entsprechen 1,5 bis 2 Teelöffel) als Einzeldosis von Weidenröschenkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee kann 2-mal täglich getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weiße Taubnesselblüten (Lamii albi flos)

Kommission E

Lamium album L. – Blüten

Die Anwendung von Weißen Taubnesselblüten bei Kindern, Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Innerlich zur Behandlung von Katarrhen der oberen Luftwege, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Äußerlich als Sitzbad zur Behandlung von unspezifischem Fluor albus und in Form von feuchten Umschlägen bei leichten, oberflächlichen Entzündungen der Haut.

Anwendung als Teezubereitung:

1 g Weiße Taubnesselblüten als Einzeldosis in 150 ml kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann bis zu 3-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Für die Anwendung als auswurfförderndes Mittel bei Husten:

0,5 g (entspricht 1 Teelöffel) als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann mehrmals täglich eine Tasse getrunken werden.

Äußere Anwendung:

Sitzbad:

5 g Weiße Taubnesselblüten für ein Sitzbad mit etwa 500 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und danach mit etwa 10 Liter Wasser verdünnen.

Umschläge:

50 g Weiße Taubnesselblüten mit 500 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abgießen. Mehrmals täglich lauwarm bis kalt auf die betroffene Hautpartie auflegen.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

    

4. In der Anlage werden die nachstehend angeführten Stoffe und Zubereitungen wie folgt geändert:

Stoff oder Zubereitung

Spezifikation

Abgabebeschränkung

Kennzeichnung

Lindenblüten

(Tiliae flos)

Ph. Eur.: Die ganzen, getrockneten Blütenstände von Tilia

cordata Mill., Tilia

platyphyllos Scop., Tilia × europae a L. oder von einer Mischung der genannten Arten;

HMPC, ESCOP

Die Anwendung von Lindenblüten während Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Die Therapie mit Lindenblüten zur Linderung von Erkältungssymptomen sollte sofort nach Beginn der ersten Symptome beginnen.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels länger als 1 Woche andauern, sich verschlechtern, Atemnot, Kurzatmigkeit, Fieber und schleimiges

Sekret auftreten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Die Anwendung von Lindenblüten zur Linderung von Erkältungssymptomen bei Kindern unter 4 Jahren nicht empfohlen.

Die Anwendung von Lindenblüten bei Symptomen von mentalem Stress wird bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Sollten die Symptome während der Anwendung des Arzneimittels anhalten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Zur Linderung von Erkältungssymptomen wie erkältungsbedingtem Husten, Katarrhe der oberen Luftwege und von milden Symptomen von mentalem Stress.

Anwendung als Teezubereitung in Form Aufgusses zur Linderung von Erkältungssymptomen:

Jugendliche, Erwachsene und ältere Personen:

1,5 g (entspricht 2 Teelöffel) geschnittene Lindenblüten als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 2- bis maximal 4-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Kinder zwischen 4 und 12 Jahren:

1 g der geschnittenen Droge (entspricht 1 ½ Teelöffel) als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und nach 10 Minuten abseihen. Es kann 2- bis maximal 4-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Anwendung als Teezubereitung in Form eines Aufgusses zur Linderung von mentalem Stress:

Kinder ab 12 Jahren, Erwachsene und ältere Personen:

1,5 g (entspricht 2 Teelöffel) geschnittene Lindenblüten als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, ziehen lassen und nach 10 Minuten abseihen. Es kann 2- bis maximal 4-mal täglich eine Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Primelblüten (Primulae flos [cum calycibus])

Getrocknete, ganze oder geschnittene Blüten von Primula veris L., Primula elatior (L.) Hill, deren Hybriden oder Mischungen davon.

DAC

Blüten mit Kelch (Primulae flos cum calycibus) oder ohne Kelch (Primulae flos sine calycibus)

Blüten sollten mit Kelchblättern verwendet werden, da sich v.a. in den Kelchblättern die wirksamkeitsmitbestimmenden Triterpensaponine befinden.

HMPC

Die Anwendung von Primelblüten bei Kindern unter 12 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Nebenwirkungen: vereinzelt Magenbeschwerden, Übelkeit.

Kontraindikationen:

Hypersensitivität gegen die Wirkstoffe (bekannte Allergie gegen Primeln in nicht bekannter Häufigkeit)

Vorsicht bei Personen mit Gastritis oder Magengeschwüren.

Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollten die Symptome nach 1 Woche Anwendung keine Verbesserung der Symptome eintreten ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Als auswurfförderndes Mittel bei erkältungsbedingtem Husten (Katarrhe der oberen Luftwege).

Anwendung als Teezubereitung für Kinder ab 12 Jahre, Erwachsene und ältere Personen:

1 bis 1,3 g (entspricht 1 Teelöffel) der Primelblüten als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 3-mal täglich 1 Tasse

getrunken werden.

Teemischungen mit Primelblüten können 10 g Primelblüten pro 100 g Teegemisch beinhalten.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Primelwurzel

(Primulae radix)

Ph.Eur.: Das ganze oder geschnittene, getrocknete Rhizom mit den Wurzeln von Primula veris L. oder Primula elatior (L.) Hill.

ESCOP, HMPC

Die Anwendung von Primelwurzel bei Kindern unter 12 Jahren, während der Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht empfohlen.

Kontraindikationen:

Hypersensitivität gegen die Wirkstoffe (bekannte Allergie gegen Primeln in nicht bekannter Häufigkeit)

Vorsicht bei Personen mit Gastritis oder Magengeschwüren.

Bei Atemnot, Fieber oder eitrigem Auswurf ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Nebenwirkungen:

vereinzelt Magenbeschwerden, Übelkeit durch die schleimhautreizenden Eigenschaften der Saponine möglich.

Maximale Dauer der Anwendung:

Sollte nach 1 Woche Anwendung keine Besserung der Symptome eintreten, ist ein Arzt/eine Ärztin aufzusuchen.

Auf eine längerfristige Anwendung von Primelwurzel sollte verzichtet werden.

Als auswurfförderndes Mittel bei erkältungsbedingtem Husten (produktiver Husten, Katarrhe der Luftwege, chronische Bronchitis).

Anwendung als Teezubereitung für Kinder ab 12 Jahre, Erwachsene und ältere Personen:

0,2 bis 0,5 g (entspricht ¼ Teelöffel) der Primelwurzel als Einzeldosis mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es kann 3-mal täglich 1 Tasse getrunken werden.

Nach Entnahme gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

    

5. In der Anlage entfällt nachstehender Eintrag:

Stoff oder Zubereitung

Spezifikation

Abgabebeschränkung

Kennzeichnung

Kardobenediktenkraut (Herba Cardui benedicti)

ÖAB

 

Zur Appetitanregung. Für eine Tasse Tee 1 Teelöffel voll mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten trinken. Nach Entnahme wieder gut verschließen. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.

    

Schumann

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