Anlage 2
Besondere Anforderungen
Abkürzungen:
TM = Trockenmasse
OS = Organische Substanz
TE = Toxizitätsäquivalente
Bq = Becquerel
I. Schwermetall-Frachtenregelung
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel dürfen nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn folgende Schwermetallfrachten gemäß der in der Kennzeichnung angegebenen maximalen Aufwandmenge auf landwirtschaftlichen Nutzflächen nicht überschritten werden:
Schwermetall | g/ha in einem Zeitraum von zwei Jahren |
Blei | 600 |
Cadmium | 10 |
Chrom | 600 |
Kupfer * | 700 |
Nickel | 400 |
Quecksilber | 10 |
Zink * | 3000 |
* Ausgenommen mineralische Spurennährstoffdünger. Sofern die mit der empfohlenen Aufwandmenge an Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen oder Pflanzenhilfsmitteln ausgebrachten Kupfer- und Zinkfrachten ausdrücklich in der Kennzeichnung angegeben sind, dürfen die Werte für diese Elemente maximal das Doppelte der angeführten Werte betragen.
II. Grenzwerte
1. Schwermetalle
Schwermetall | Einheit | Grenzwert | ||
Düngemittel *, Bodenhilfs-stoffe, Pflanzenhilfsmittel | Mineralische Düngemittel mit mehr als 5% P2O5 | Kultursubstrate | ||
Blei | mg/kg TM | 100 | 100 | 50 |
Cadmium | mg/kg TM | 3 | 75 mg/kg P2O5 | 1 |
Chrom VI | mg/kg TM | 2 | 2 | 2 |
Nickel | mg/kg TM | 100 | 100 | 70 |
Quecksilber | mg/kg TM | 1 | 1 | 0,5 |
Vanadium | mg/kg TM | - | 1500 | - |
Arsen | mg/kg TM | 40 | 40 | 40 |
* ausgenommen mineralische Düngemittel mit mehr als 5 % P2O5
2. Organische Schadstoffe, Radioaktivität und Rückstände
Parameter | Einheit | Grenzwert |
Polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe: Summe von Benzo(a)pyren Benzo(b)fluoranthen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(g,h,i)perylen, Fluoranthen, Indeno-(1,2,3-c,d)pyren | mg/kg TM | 6 |
Organochlorpestizide: Summe von Aldrin, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Heptachlorepoxid, Summe Hexachlorhexan (alpha-, beta-, gamma-, delta-HCH), DDT, DDE, Chlordan und Hexachlorbenzol | mg/kg Produkt | 0,5 |
Polychlorierte Biphenyle: Summe der Kongenere 28, 52, 101, 138, 153 und 180 | mg/kg TM | 0,2 |
Polychlorierte Dibenzodioxine/Dibenzofurane Toxizitätsäquivalent des 2-,3-, 7-,8-TCDD | ng TE/kg TM | 20 |
Aktivität der Summe von Cäsium-134 und Cäsium-137 | Bq/g Produkt | 0,5 |
AOX Adsorbierbare organisch gebundene Halogene | mg/kg TM | 500 |
Perfluorierte Tenside (PFT) als Summe aus Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonat (PFOS) | mg/kg TM | 0,1 |
3. Hygienische Parameter
Escherichia coli O157:H7 (EHEC) | nicht nachweisbar in 50g Probe |
Salmonella sp. | nicht nachweisbar in 50g Probe |
Campylobacter sp. | nicht nachweisbar in 50g Probe |
Listeria monocytogenes | nicht nachweisbar in 50g Probe |
III. Besondere Kennzeichnungsbestimmungen für Chlorid, Bor und Molybdän
Produkt | Gehalt | Kennzeichnung |
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel | Chlorid zwischen 2% und 10% | „minderchloridhältig“ |
Chlorid unter 2% | „chloridarm“ | |
Chlorid unter 0,5% | „chloridfrei“ | |
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel ausgenommen Bordünger und borhältige Spurennährstoff-Dünger | Boreintrag mehr als 50 g/ha bezogen auf die maximale jährliche Aufwandmenge | Angabe des Borgehalts sowie des Hinweises „Borgehalt des Produktes beachten“ |
Düngemittel, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel ausgenommen Molybdändünger und molybdänhältige Spurennährstoff-Dünger | Molybdäneintrag mehr als 25 g/ha bezogen auf die maximale jährliche Aufwandmenge | Angabe des Molybdängehalts sowie des Hinweises „Molybdängehalt des Produktes beachten“ |
IV. Sicherheitskennzeichnungen
- – Mit dem Hinweis „Für Kinder und Haustiere unerreichbar aufbewahren“ sind zu kennzeichnen:
- i) flüssige Produkte;
- ii) Produkte in Form von Tabletten oder Presslingen, insbesondere Stäbchen oder Keile;
- iii) Produkte, die als gefährlich im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 8, 9, 10 und 11 ChemG 1996 und der darauf beruhenden Verordnungen einzustufen sind;
- iv) Produkte, die aus Magnesiumsulfat bestehen.
- – Bei Produkten, die zur Aufbringung auf das Blatt bestimmt sind, ausgenommen Düngemittel für Zierpflanzen und Nadelbäume, ist die Wartezeit zwischen der letzten Applikation und der Ernte in Tagen anzugeben.
- – Produkte, die einen Siebdurchgang von 10 Gewichtsprozent bei 0,063 mm aufweisen, sind mit dem Hinweis „Bei der Anwendung ist filtrierende Halbmaske/Feinstaubfilter erforderlich“ zu versehen.
- – Produkte, die bestimmungsgemäß mittels Spritz- oder Sprühverfahren ausgebracht werden, sind mit dem Hinweis „Spritz-/Sprühnebel nicht einatmen“ zu kennzeichnen.
- – Bei flüssigen Produkten ist ein Hinweis auf die Art der Lagerung und die Lagertemperatur zu geben.
- – Produkte, die Rizinusschrot enthalten, dürfen nur in Verpackungen in Verkehr gebracht werden, die mit dem Hinweis „Vorsicht beim Ausstreuen, Reizwirkungen bei empfindlichen Personen sind möglich!“ gekennzeichnet sind.
V. Verbote
- – Nicht zugelassen sind Düngemittel, Bodenhilfsstoffe, Kultursubstrate und Pflanzenhilfsmittel, die als gefährlich im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 1 bis 7 und 12 bis 15 des Chemikaliengesetzes 1996, BGBl. I Nr. 53/1997, und der darauf beruhenden Verordnungen einzustufen sind.
- – Folgende Stoffe dürfen in Produkten nicht enthalten sein:
- i) Stoffe, die als krebserzeugend, fortpflanzungsgefährdend oder erbgutverändernd im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 12 bis 14 des Chemikaliengesetzes 1996, BGBl. I Nr. 53/1997, und der darauf beruhenden Verordnungen einzustufen sind;
- ii) Material der Kategorie 1 gemäß Art. 8 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte, ABl. Nr. L 300 vom 14.11.2009 S. 1;
- – chemisch behandeltes Holz;
- – Glas, Keramik oder Metall sowie schwer abbaubare Kunststoffe, ausgenommen Topf- und Containersubstrate.
Schlagworte
Bodenhilfsstoff, Pflanzenhilfsmittel, Kultursubstrat, Spritzverfahren, Spritznebel, Topfsubstrat, Mageninhalt
Zuletzt aktualisiert am
14.03.2019
Gesetzesnummer
20003229
Dokumentnummer
NOR40163848
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