OGH 5Os132/57 (RS0098708)

OGH5Os132/5730.4.1957

Rechtssatz

Wenn sich im Zuge eines Strafverfahrens der Verdacht ergibt, daß der Angeklagte zwar nicht die ihm in der Anklage zur Last gelegte Tat (zB Blutschande), wohl aber eine andere Straftat begangen habe (Verleumdung), dann hat der Staatsanwalt in Ansehung dieses Verdachtes im Sinne des § 263 StPO vorzugehen. Unterläßt er dies, dann kann die hervorgekommene neue Tat nicht mehr zum Gegenstand einer besonderen Anklage gemacht werden.

Normen

StPO §263 A
StPO §281 Abs1 Z9b

5 Os 132/57OGH30.04.1957

Veröff: JBl 1957,538 = RZ 1957,101

12 Os 229/62OGH07.11.1962
12 Os 8/71OGH08.03.1971

Beisatz: § 467 b StG - §§ 461/197 StG. (T1) Veröff: JBl 1971,580 = RZ 1971,153

11 Os 151/88OGH20.12.1988

Vgl auch; Beisatz: Ein trotz des Verfolgungshindernisses nach § 263 Abs 2 StPO ergangener Schuldspruch ist mit dem Nichtigkeitsgrund des § 281 Abs 1 Z 9 lit b StPO behaftet. (T2)

Dokumentnummer

JJR_19570430_OGH0002_0050OS00132_5700000_001

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