OGH 13Os7/03 (RS0117418)

OGH13Os7/0316.12.2025

Rechtssatz

§ 473 Abs 1 und Abs 2 StPO beziehen sich ausschließlich auf Erkenntnisse über eine Berufung wegen des Ausspruches über die Schuld (§ 464 Z 2 erster Fall StPO) und solche, die aufgrund erfolgreicher Nichtigkeitsberufung oder amtswegiger Wahrnehmung einer Nichtigkeit nach § 477 Abs 1 zweiter Satz (§ 468 Abs 1 Z 4 iVm § 281 Abs 1 Z 9 und 10) StPO - mithin dem Erkenntnis über das Vorliegen von Nichtigkeitsgründen logisch nachgeordnet - in der Sache selbst getroffen werden.

Wird aus § 468 Abs 1 Z 4 iVm § 281 Abs 1 Z 10a StPO mit Berufung (§ 464 Z 1 StPO) geltend gemacht, dass "nach dem IXa. Hauptstück vorzugehen gewesen wäre" oder dieser Nichtigkeitsgrund von Amts wegen wahrgenommen, gilt nichts anderes. Nur ist hier nach § 288 Abs 2 Z 2a StPO auch der Oberste Gerichtshof befugt, die notwendigen Feststellungen zu treffen, weil es sich dabei um sog prozessuale Tatsachen handelt. Auch Feststellungen des Rechtsmittelgerichtes über die aus § 281 Abs 1 Z 10a StPO entscheidenden Tatsachen setzen den Erfolg einer Diversionsrüge oder amtswegige Wahrnehmung dieses Nichtigkeitsgrundes logisch voraus.

Normen

StPO §281 Abs1 Z10a
StPO §288 Abs1 Z2a
StPO §473 Abs1
StPO §473 Abs2
StPO §477 Abs1
StPO §464 Z1
StPO §464 Z2
StPO §468 Abs1 Z4

13 Os 7/03OGH29.01.2003
14 Os 64/03OGH03.06.2003

Vgl

11 Os 131/06hOGH23.10.2007

Vgl

11 Os 119/25xOGH16.12.2025

vgl

Dokumentnummer

JJR_20030129_OGH0002_0130OS00007_0300000_002

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