OGH 15Os46/90 (RS0101843)

OGH15Os46/9029.5.1990

Rechtssatz

Die Sonderbestimmungen des § 495 Abs 2 StPO betreffend die Zuständigkeit zur Beschlußfassung über einen Widerruf bei nachträglicher Verurteilung (§ 55 StGB) sind (ebenso wie Abs 1 dieser Verfahrensbestimmung) nur insoweit aktuell, als nicht nach § 494 a (Abs 1) StPO eine Zuständigkeit des im neuen Verfahren erkennenden Gerichtes Platz greift, sohin ausschließlich in den Fällen des § 55 Abs 2 StGB oder eines Entscheidungsvorbehalts nach § 494 a Abs 2 (mit Beziehung auf eine Beschlußfassung nach Abs 1 Z 4) StPO.

Normen

StPO §495 Abs2

15 Os 46/90OGH29.05.1990

Veröff: EvBl 1990/166 S 789 = AnwBl 1991,125 (Graff)

11 Os 127/90OGH16.01.1991
16 Os 5/92OGH06.03.1992
12 Os 112/94OGH22.09.1994

Vgl auch

14 Os 184/98OGH26.01.1999

Gegenteilig; Beisatz: Die Zuständigkeit zur Entscheidung über den Widerruf bei nachträglicher Verurteilung (§ 55 StGB) richtet sich nach § 495 Abs 2 StPO und nicht nach § 494a StPO (entgegen EvBl 1990/166). (T1)

Dokumentnummer

JJR_19900529_OGH0002_0150OS00046_9000000_005

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